














Die kleine Hexe
Von Otfried Preußler, für die Bühne bearbeitet von John von Düffel
Die kleine Hexe ist erst 127 Jahre alt und darf deswegen nicht mit den großen Hexen auf dem Blocksberg tanzen. Aber sie macht es trotzdem. Zur Strafe muss sie ein Jahr lang beweisen, dass sie eine gute Hexe ist. Fleißig übt und lernt sie, denn Anlässe für gute Taten finden sich leider genug. Rabe Abraxas steht ihr als ständiger Berater zur Seite. Doch auch mit seiner Unterstützung ist es schwierig, kluge Entscheidungen zu treffen und immer nur Gutes zu tun.
Otfried Preußlers Klassiker der Kinderliteratur erschien erstmals 1957. Unter dem Eindruck der NS-Zeit wollte der junge Lehrer damals seine noch jüngeren Leser*innen mit „Die kleine Hexe“ bestärken, dem eigenen menschlich empathischen Gefühl von Gut und Böse zu vertrauen. Sein Roman über den Weg, sich im Wertegefüge der Gesellschaft zurecht zu finden, wurde in 47 Sprachen übersetzt und begleitet weltweit Kinder in ihrer Suche nach Gut und Böse, nach Richtig und Falsch.
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"Wer jetzt befürchtet, eher einem Diskussionspodium als einer Theateraufführung beizuwohnen, täuscht sich. Denn die Aufführung ist ein Erlebnis voller Theatermagie, humorvoll und poetisch inszeniert von Marcelo Diaz. Hervorzuheben ist vor allem die tolle Darstellerriege: Simone Oswald als eigenwillige, bisweilen kindlich trotzige Titelheldin und Janosch Fries als ihr schwarz gefiederter Begleiter Abraxas bilden ein äußerst sympathisches Duo. Aber auch die sechs weiteren, höchst wandlungsfähigen Darsteller stellen ein köstliches Sammelsurium an Wetterhexen, Berghexen, Kräuter-, Sumpf- und Knusperhexen vor."
"'Schau Mama! Schau mal! Du kannst das Hexenhaus schon sehen!' Und das Staunen hört hier keinesfalls auf . Dafür sorgen Ausstatterin Anja Furthmann und Video- Designerin Sarah Scherer , die sich für die Zaubertricks der versammelten Wetterhexen, Berghexen, Kräuter-, Sumpf- und Knusperhexen einiges haben einfallen lassen. Von bunten Projektionen bis hin zu guter alter handgemachter Theatermagie. Das achtköpfige Ensemble darf aber auch mal die Besen weglegen und sich immer wieder in neue skurrile Nebenfiguren verwandeln. Diese werden meist von Hardy Punzel synchronisiert, der nicht nur als böse Hexe Rumpumpel einen köstlichen Auftritt hinlegt, sondern den teils stumm agierenden Kolleginnen und Kollegen seine wandlungsfähige Stimme leiht. Allein dafür würde sich der Besuch schon lohnen. Ebenso wie für Titelheldin Simone Oswald, die gemeinsam mit ihren Raben Abraxas (Janosch Fries) ein sympathisches Duo gibt, das gemeinsam durch dick und dünn geht. [...] Die jugendliche Zielgruppe war sich in ihrem Urteil am Premierennachmittag offensichtlich einig und kugelte sich bereits während der kompakten 70 Minuten mehrfach vor Lachen, ehe das Ensemble am Ende mit lauten Gejohle und wildem Getrampel gefeiert wurde, Aber auch für die mitgebrachten Eltern und Großeltern die zum Großteil selbst mit der zeitlosen Geschichte aufgewachsen sein dürften, gab es reichlich Gelegenheit zum Schmunzeln und staunen."
"Diese Geschichte hat Marcelo Diaz nun in der Bearbeitung von John von Düffel inszeniert. Und wie nicht anders zu erwarten, tut der erfahrene Regisseur das mit jeder Menge Witz und Fantasie. Da werden die Hexereien der kleinen Hexe, die mal besser mal schlechter gelingen, mit Videos von Sarah Scherer zum Leben erweckt. Da schweben die großen Hexen in ihren langen Röcken scheinbar über den Boden. Da entsteht aus dem Nichts ein bunter Markt und dort eine Winterlandschaft samt Schneemann. Ausstatterin Anja Furthmann erschafft mit einfachen Mitteln einen Blocksberg samt Oberhexe mit versteinerten Antlitz bei der es das Publikum schon ein wenig gruseln kann. Simone Oswald spielt sich als kleine Hexe bockig, trotzig und sehr entschlossen in der Rolle der Heldin, die Janosch Fries als Abraxas immer mal wieder runterholen muss von ihrer Impulsivität."
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